Wir über uns

Schützenlust Kirchanschöring e.V.

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Das Schützenwesen in Kirchanschöring geht bis ins 18. Jahrhundert zurück, jedenfalls stammen die ersten Nachrichten aus dieser Zeit. Nicht die Landesverteidigung war es, die in den Dörfern das Vorhandensein von Böllern und Gewehren belegten, sondern festliche Anlässe und wohl auch die Freude am Schießen dürften der Grund dafür gewesen sein. Zu den Anlässen zählte das alljährliche Scapulierfest, das mit einer Prozession festlich begangen wurde. 

 

Die Kirchenrechnung vom Jahre 1731 vermerkt für „4 Pfund Pulver in festo scapularis“ eine Ausgabe von 1 Gulden. Der „Schiezenmeister“ erhielt für seine Dienste zusätzlich noch 15 Kreuzer. Ab 1733 scheinen jährlich derartige Ausgaben für Pulver und Schützenmeister in den Rechnungen auf. Auch wenn eine benachbarte Pfarrei ihren Bittgang nach Kirchanschöring lenkte, wurden die Gläubigen offenbar mit Böllerschüssen empfangen. So heißt es 1750: „Um Pulver, als das Creuzvolk von Lamprechtshausen hier war, 1 Gulden“. Die finanzkräftigere Filialkirche Kirchstein gab wesentlich mehr bei solchen Anlässen aus. So hören wir, dass 1777 beim Bittgang nach Fridolfing, 1779 nach Weildorf und 1783 nach Tettenhausen Schützen mitzogen und Ausgaben in Rechnung stellten, meist mehr als 2 Gulden. Als Ende des 18. Jahrhunderts landesherrlicherseits diese Bittgänge verboten wurden und das Schießen bei religiösen Anlässen untersagt wurde, wird man bei weltlichen Ereignissen wohl kaum darauf verzichtet haben. Vor allem im 19. Jahrhundert, als auch die Waldbesitzer unter den Bauern ihrer Jagdleidenschaft nachgehen konnten, wird es zu gemeinsamen Schießübungen gekommen sein. 

 

Der erste Schuss überhaupt bei der Schützenlust fiel im Oktober 1908. Die eigentliche Gründung der Schützengesellschaft „Schützenlust“ fand allerdings erst 1909 statt. Auf Anregung von Franz Selzer wurde die Gründungs-versammlung in den Bahnhofsgaststätte mit folgenden Teilnehmern abgehalten: Franz Selzer, Förster Josef Keinz, Bäckermeister Heinrich Wallner, Hauptlehrer Krapf, Albert und Rudolf Geiger, Heinrich Sterzl, Karl Lackner sen., Stephan Wallner, Korbinian Althammer und Alois Estermann. Man wählte Franz Selzer zum ersten Schützenmeister. Alois Estermann war damals Zieler im Verein. Nachfolger von Franz Selzer war Josef Keinz, unter dessen Führung dehnte man den Schießbetrieb auf Kleinkaliber- und Tontaubenschießen aus. 

 

Das Schützenlokal befand sich in der Bahnhofsgaststätte Stadler. 1909 wurde auch die Standarte geweiht, welche die Ehefrau des Hauptlehrers Krapf stickte. 

 

1924 stellte die Brauerei Schönram ein Gelände für Kleinkaliberschießen zur Verfügung. Man schoss nicht nur den Zimmerstutzen, sondern veranstaltete auch Tontaubenschießen. Durch die Einberufung vieler Schützenbrüder während des Zweiten Weltkrieges kam das Vereinsleben zum Erliegen. Nach dem Krieg wurden von den Besatzungstruppen alle Waffen eingezogen. 

 

Es dauerte bis zum Jahre 1950, als auf die Initiative von Andi Wagner hin eine Versammlung in der Bahnhofsgaststätte Kirchanschöring abgehalten und eine Wiedergründung der Schützenlust Kirchanschöring beschlossen wurde. Zum 1. Schützenmeister wurde Josef Müller, zum 2. Schützenmeister Karl Straßer sen. gewählt. 

 

Das Jahr 1964 brachte für die Schützenlust einschneidende Veränderungen. Adolf Wallner übernahm den Posten des 1. Schützenmeisters und man schloss sich dem BSSB an. Auch die Königskette und die Königsscheibe wurden angeschafft. Im Jahre 1966 erfolgte ein Wechsel des Vereinslokales zum Gasthaus Maxlmoser (Felberwirt), da man dort 5 Schießstände zur Verfügung gestellt bekam. 

 

1976 wurde Hermann Schulmeister zum 1. Schützenmeister gewählt. Im gleichen Jahr nahmen eine Schützenklasse- und eine Jugendmannschaft an den Gaurundenwettkämpfen teil. Zwei Jahre darauf wurden eine Jugend-, Schüler- und Pistolenmannschaft gestellt. Die Schülermannschaft wurde „Rupertimeister“. 

 

Während der Amtszeit von 1. Schützenmeister Hermann Schulmeister wurde im Jahre 1977 eine neue Vereinsstandarte in großem festlichen Rahmen geweiht. 1979 begann mit der Eintragung als „e.V.“ für die Schützenlust eine neue Epoche. 

 

In seinem ersten Amtsjahr 1980 setzte Alfons Gaugler eine einheitliche Schützentracht durch. 

 

Im Jahre 1984 fand anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Schützenlust eine 75-Jahr-Feier mit Fahnenweihe statt, die mit der Gründung einer Böllerschützengruppe verbunden wurde. Böllerschützenmeister ist seit 1984 Josef Ramgraber. Anlässlich dieser Feier reisten aus Dortmund 98 befreundete Schützen an. Im Jahr 1986 wurde die Patenschaft zur Fahnenweihe bei der SG Alpenrose Brodhausen übernommen. 

 

Unter der Leitung von Alfongs Gaugler erbauten die Schützen in der Zeit von 1987 bis 1989 im Nebengebäude der neuen Mehrzweckhalle eine Schieß-anlage mit 9 Ständen in Eigenleistung. Mit dem Umzug der Schießstätte im Jahr 1989 vom Gasthaus Felber in die Mehrzweckhalle begann für die Schützenlust sowohl gesellschaftlich als auch sport-lich ein neuer Abschnitt. Am 4. Oktober 1990 wurde von 1. Bürgermeister Hans Straßer und 1. Schützenmeister Hans Rosmer das Standeröffnungsschießen mit den ersten Schüssen freigegeben. 

 

Von 1992 bis 2003 stand die Schützenlust unter der Führung von Claus Vogt. Während seiner Amtszeit wurde 1995 eine neue Schützentracht angeschafft. 2004 übernahm wieder Hans Rosmer das Amt des 1. Schützenmeisters und ernannte als erste Amtshandlung Claus Vogt zum Ehrenschützenmeister. 

 

Natürlich kam neben sportlichen Leistungen auch die Geselligkeit nie zu kurz. Es wurden zahlreiche, schöne Schützenausflüge durchgeführt, z.B. nach Krakauschatten, Klosterneuburg, oder an den Neusiedler See, die oft erst in den frühen Morgenstunden mit viel Gaudi endeten. 

 

Auch einige, sehr unterhaltsame Schützen-Faschingsfeiern haben schon stattgefunden, sowie die Krönung unseres 1. Goaßnkönigs Harti. 

 

Beim jährlichen Ferienprogramm wird interessierten Jugendlichen die Möglichkeit geboten, einmal in den Schießbetrieb hineinzuschnuppern.

 

Am 21. Mai 2005 traf die Schützelust Kirchanschöring ein schwerer Schlag. Die komplette Schießanlage und das Schützenheim wurden durch einen Brand vollkommen zerstört. Glück im Unglück war aber, dass alle Schützenscheiben gerettet werden konnten. Aber es sollte 1 1/2 Jahre dauern, bis die Schützenlust wieder ein eigenes Schützenheim einziehen konnte. Während dieser Zeit fanden die Anschöringer Schützen aufnahme beim befreundeten Nachbarverein SG Schützenblut Lampoding.

 

Nach reiflicher Planung wurde am 14.10.2005 unter der Leitung vom 1. Schützenmeister Hans Rosmer der Bau des neuen Schützenheimes begonnen und am 30. November sah man endlich, dass sich etwas in die Höhe bewegt. Durch den Wintereinbruch musste die Baustelle zwar zeitweise ruhen, aber im Frühling ging es weiter und als eine der ersten Handlungen wurde, wie es Brauch ist, der First gestohlen. Bei der Hebefeier führten einige Schützen ein Theaterstück auf, das das ganze Baugeschehen ein wenig durch den Kakao zog.

 

Da es viele Mitglieder des Schützenvereins kaum erwarten konnten, wieder im eigenen Schützenheim zu schießen, wurde als kleiner Vorgeschmack ein "Rohbauschießen" organisiert. Bürgermeister Albert Reiter präsentierte sich hier als hervorragender "Wildschütz".

 

Von April bis Oktober wurden dann Innenarbeiten, wie Elektro- und Heizungsinstallation, Verputzen  und Malerarbeiten, sowie die Bodenverlegung ausgeführt. Am 17. November 2006 war es dann soweit, die Brüstungsteile wurden zusammengabaut und der Aufbau des Schießstandes konnte beginnen. Viele Stunden harter Arbeit haben sich gelohnt und am 15. Dezember 2006 weihte H. H. Pfarrer Christoph Kronast unsere Schießanlage ein. Bürgermeister Albert Reiter gab mit dem ersten Schuss den Schießstand frei und Hans Rosmer konnte mit seinen Kirchanschöringer Schützen endlich das neue Schützenheim beziehen.

 

Allerdings dauerte es noch bis November 2007, bis die Außenfassade, die Außenanlagen und Pflaster, sowie der Eingangsbereich fertiggestellt waren, aber dann war es endlich so weit: vom 7. bis 18. November 2007 fand unser Standeröffnungsschießen, verbunden mit dem Gauschießen des Rupertigaues, in unserem neuen Schützenheim statt. Es gab herrliche Preise zu gewinnen und sage und schreibe fanden 555 Schützen den Weg nach Kirchanschöring zum Eröffnungsschießen.

 

Doch wie es so schön heißt: Nach dem Fest ist vor dem Fest. Schon kurz nach dem Eröffnungsschießen begann die Planung zu unserer 100-Jahr-Feier der Schützenlust und der 25-Jahr-Feier der Böllerschützen. Köpfe haben geraucht, damit man auch nichts vergisst, ein neues "Gwand" für die Damen musste her.

 

Für die Jugend fand am 30. April 2009 eine Zeltparty statt, mit dem für uns Schützen passenden Namen "Pulverparty".